Soziale Projekte

Engagiert sich auch für Gefangene: Kabarettist Wilfried Schmickler
Wir möchten auch Menschen Kultur näher bringen, die am Rand der Gesellschaft leben. Dazu zählen Artikel über engagierte Menschen in sozialen Projekten wie zum Beispiel der Kunst- und Literaturverein Dortmund. Hier können Gefängnis-Insassen Bücher in Fernleihe ausleihen. Und jetzt NEU: der Verein organisiert ehrenamtliche Künstler-Auftritte von Musik bis Kabarett, von Comedy bis Lesungen.
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Hier ein Auszug aus dem aktuellen Heft:
Kultur hinter Mauern – ein Weg ins Leben
Mit dem neuen Projekt „Kultur hinter Mauern“ hat der Kunst- und Literaturverein für Gefangene in Dortmund in diesem Jahr ein vielversprechendes Projekt gestartet. Ziel ist es, den Insassen mit kulturellen Angeboten und kultureller Bildung wieder Perspektiven zurück in ein normales Leben zu eröffnen. Die ersten Veranstaltungen fanden in diesem Sommer u. a. in Dortmund, Köln und Schwerte statt. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin Helga Römer.
TROTTOIR: Die ersten Veranstaltungen liegen hinter Ihnen. Wie ist es gelaufen?
Helga Römer: In Dortmund trat Sinnflut auf, eine Band aus Hagen, die auch schon einige Preise gewonnen hat. Mit ihrem schnellen Pop kam sie bei den Gefangenen richtig gut an. Die Resonanz war sehr positiv. In Köln spielte Mittelblond, eine gewagte Mischung aus Comedy und Travestie. Das war ein Experiment. Wir konnten die Reaktion der Häftlinge im Vorfeld nicht einschätzen. Umso glücklicher waren wir, dass sie den Humor verstanden. Sie konnten über die manchmal etwas derben Witze herzlich lachen. Der dritte Gig fand in Schwerte statt, wo wir ein Jazz-Konzert mit dem Trio Three Fall (www.threefall.de) organisierten. Dort gab es vom Publikum sehr viel Beifall. Ein Erfolg, der uns bestärkt.
TR.: Hatten Sie vorher schon Erfahrungen mit Gefängnis-Insassen?
H. R.: Ja, wir haben 1986 als Projekt der Gefangeneninitiative Dortmund begonnen: Mit einer Bibliothek unter dem Namen „Buchfernleihe für Gefangene“. Die Bibliothek, die zurzeit wieder über einen Bestand von 30.000 Medieneinheiten verfügt, wird von Inhaftierten aus der ganzen Bundesrepublik stark genutzt. Mit dem Projekt „Kultur hinter Mauern“ will der Verein nun kulturelle Veranstaltungen in die Haftanstalten hinein vermitteln. Ihre Mitarbeit zugesagt haben unter anderem Wilfried Schmickler, Fred Ape und Simone Fleck. Alle Künstler verzichten auf eine Gage.
TR.: Wie geht es weiter?
